Wanderung der keltischen Stämme

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Keltenfürstin
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Wanderung der keltischen Stämme

Beitrag von Keltenfürstin »

hallo zusammen,
ja, ich weiss, der Begriff "Kelten" ist sehr umstritten. Trotzdem habe ich eine Frage zu den vielen Stämmen, die von Geschichtsschreibern als Kelten bezeichnet wurden. Die Kelten waren ja sesshaft durch viele Jahrhunderte hindurch. Dann wird so ab dem 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung an - korrigiert mich bitte, wenn ich da zeitlich falsch liege - von den Wanderungen und Kriegszügen viele Stämme in Richtung Süden und südöstlich berichtet. Ich habe aber noch keine Quelle gefunden, die erklärt, warum die keltischen Stämme losgezogen sind aus doch recht fruchtbaren Gegenden heraus. Es gibt Vermutungen, dass ein Grund in Überbevölkerung lag und daraus resultierenden Hungersnöten. Könnt ihr mir evtl. ein Buch, Aufsätze nennen, aus denen etwas über die Gründe der Wanderungen hervorgeht? oder war es Abenteuerlust gepaart mit Lust auf die Schätze des Südens? Ungefähr zeitgleich wurden ja auch Fürstensitze wie die Heuneburg aufgegeben ohne dass man den Grund dafür kennt bzw. ich habe eben keine Quellen, die den Grund dafür benennen können.
Könnt ihr mir da weiterhelfen?
viele Grüße von der Keltenfürstin
p.s. ich war ja noch sesshaft und hätte meinen ganzen Plunder gar nicht mitnehmen können auf eine Wanderung, das müssen dann meine zahlreichen Nachkommen gewesen sein ;)
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Caturix
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Re: Wanderung der keltischen Stämme

Beitrag von Caturix »

Ich war schon auf der Heuneburg, noch viel interessanter ist jedoch für mich die Alte Burg:

https://www.youtube.com/watch?v=Ydp2eY9TkHI

Auf diesem Bergsporn, der heute bewaldet ist, habe ich mich von einem Einheimischen hinführen lassen. Dort wo man grub (und noch immer gräbt), hat man das bearbeitete Steinmaterial dieser Anlage freigelegt. Wer dort herrschte ist unbekannt, doch die Zeit passt gut zu den Helvetiern, die hier herrschten. Ein weiterer Forschungsstrang ist auch das Rätsel um den Namen Pyrene, wie man damals die Heuneburg nannte.

Die Helvetier werden heute ebenfalls gerne als "Kelten" bezeichnet, obwohl sie selbst nie diesen Begriff kannten. Eine völlig neue Sicht liefert auch das Buch "Die alten Griechen in Schwaben" von Hermann Ays, der die Gegend um die Heuneburg als griechische Kolonie beschreibt! Davon ableitend kann dann auch rekonstruiert werden, dass die Helvetier ihr Land erst aufgaben, als die gesamte Kolonie aufgegeben wurde. Oder mit anderen Worten: die Herrscherkaste war ausgestorben und wurde unter den Grabhügeln im Umland begraben. Das am weitesten verbreitete Machtsymbol dieser Zeit war übrigens die Swastika, die man mehrfach bei den Funden in einem der Grabhügel entdeckte, aber auch im Fürstengrab bei Hochdorf (blaue Swastikas!)
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Re: Wanderung der keltischen Stämme

Beitrag von Tiziateur »

Blaue Swastikas? Bemerkenswert! Ja das Ding ist schon sehr alt. Ich hatte auch schon mal welche an einer Samurai Rüstung gesehen. Links und rechts am Übergang vom Brustpanzer zu den Schulterstücken.
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Caturix
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Re: Wanderung der keltischen Stämme

Beitrag von Caturix »

Tiziateur hat geschrieben: Fr Jun 05, 2020 5:57 pm Blaue Swastikas? Bemerkenswert! Ja das Ding ist schon sehr alt. Ich hatte auch schon mal welche an einer Samurai Rüstung gesehen. Links und rechts am Übergang vom Brustpanzer zu den Schulterstücken.
Also Werbung machen sie damit nicht - und erklären können sie das Muster im Grab auch nicht, obwohl es nahe der Heuneburg unterm Hohmichele Grabhügel ebenfalls gefunden wurde. Das sieht man vor Ort nur in einem Schaukasten, wo auch schwarzgoldene Swastikas zu sehen sind. Die Helvetier gebrauchten nach Caesar auch als einziger Stamm die griechische Schrift und dort war die Swastika ja ebenfalls hinreichend in Gebrauch (auf Keramik etc).
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Re: Wanderung der keltischen Stämme

Beitrag von Tiziateur »

Caturix hat geschrieben: Fr Jun 05, 2020 8:40 pm
Tiziateur hat geschrieben: Fr Jun 05, 2020 5:57 pm Blaue Swastikas? Bemerkenswert! Ja das Ding ist schon sehr alt. Ich hatte auch schon mal welche an einer Samurai Rüstung gesehen. Links und rechts am Übergang vom Brustpanzer zu den Schulterstücken.
Also Werbung machen sie damit nicht - und erklären können sie das Muster im Grab auch nicht, obwohl es nahe der Heuneburg unterm Hohmichele Grabhügel ebenfalls gefunden wurde. Das sieht man vor Ort nur in einem Schaukasten, wo auch schwarzgoldene Swastikas zu sehen sind. Die Helvetier gebrauchten nach Caesar auch als einziger Stamm die griechische Schrift und dort war die Swastika ja ebenfalls hinreichend in Gebrauch (auf Keramik etc).
Das ist wirklich bemerkenswert! So alt hätte ich es nicht geschätzt! Danke für die Info!
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