Historische Filme: Empfehlungen und Diskussion

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CaptainMorgan
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Re: Historische Filme: Empfehlungen und Diskussion

Beitrag von CaptainMorgan »

Sapeur Maik hat geschrieben: Mo Apr 13, 2020 11:48 amDie Serie heißt Napoleon mit Christian Clavier. Die Uniformen sind so la la. Clavier wiederum gefällt mir.
So, naja, mit Uniformen kenne ich mich ehrlichgesagt nicht so gut aus. Finde es immer wieder interessant wie manche da so einen Blick dafür haben ob der Knopf richtig sitzt oder die Epauletten richtig aussehen.
Sapeur Maik
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Re: Historische Filme: Empfehlungen und Diskussion

Beitrag von Sapeur Maik »

CaptainMorgan hat geschrieben: Mo Apr 13, 2020 12:06 pm
Sapeur Maik hat geschrieben: Mo Apr 13, 2020 11:48 amDie Serie heißt Napoleon mit Christian Clavier. Die Uniformen sind so la la. Clavier wiederum gefällt mir.
So, naja, mit Uniformen kenne ich mich ehrlichgesagt nicht so gut aus. Finde es immer wieder interessant wie manche da so einen Blick dafür haben ob der Knopf richtig sitzt oder die Epauletten richtig aussehen.
Das kommt mit der Zeit, man wird außerdem im Hobby gelegentlich, ich sag's mal so, begutachtet. Da hat man dann des öfteren Frust, weil irgendetwas falsch war. So etwas prägt sich ein und man bekommt ein anderes Auge für Details.
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Francois
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Re: Historische Filme: Empfehlungen und Diskussion

Beitrag von Francois »

Vor etwas mehr als 10 Jahren behandelte die Vereinszeitung der AG "Jena 1806" e.V. das Thema "Die Zeit Napoleons im Film - Der Versuch einer Retrospektive 1896 bis 2010". Einige der hier bisher aufgeführten Werke sind dort auch behandelt, es finden sich aber durchaus noch weitere interessante Hinweise.
Das Heft wurde damals für 4 € verkauft. Wenn jemand heute dafür Geld ausgeben möchte, so möge er diesem Forum eine Spende zukommen lassen.
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CaptainMorgan
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Re: Historische Filme: Empfehlungen und Diskussion

Beitrag von CaptainMorgan »

So gesehen kein "historischer Film" im klassischen Sinne, da er aber von einem zeitgeschichtlichen Ereignis handelt denke ich passt er hier gut rein:

Bild

Als ich erfuhr dass es über die Geschichte der WAA Wackersdorf einen Film gibt musste ich ihn natürlich unbedingt sehen. Wackersdorf im Landkreis Schwandorf ist von meiner Heimat Cham sozusagen nur einen Steinwurf entfernt, ist es doch der Nachbarlandkeis. Ich persönlich bin durch die Erzählungen aus meinem Familienkreis als kleiner Junge mit dem, was dort geschehen ist aufgewachsen und daher war es auch emotional für mich natürlich eine Anliegen den Film unbedingt zu sehen.Die Ereignisse um dem Bau der WAA Wackersdorf ist auch heute, selbst über 30 Jahre danach, noch fest im Bewusstein der Einheimischen verankert . Wer die Hintergründe noch nicht kennt und daran Interesse hat kann das hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiederauf ... ackersdorf

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des damaligen SPD-Landrats Hans Schuierer. Anfangs ist er davon begeistert, das sein Landkreis, im strukturschwachen Norden der Oberpfalz gelegen, als Standort für einen Wiederaufbereitungsanlage der Atomindustrie ausgesucht wurde. Die strukturschwache Region steht am wirtschaftlichen Abgrund und hier bietet sich ein Ausweg aus der Misere. 3000 neue Arbeitsplätze soll die Industrieanlage bringen, das Ganze sei sicher und es könne nichts passieren, so zumindest die Landesregierung in München und die Firma die dort den radioaktivern Müll lagern will. Ein paar Umweltaktivisten sind bereits dabei Widerstand zu leisten, und als der bayerische Staat anfängt mit harten Maßnahmen jenseits jeglicher Rechtsstaatlichkeit den Widerstand um jeden Preis zu brechen kommen Schuierer Zweifel, noch dazu dass er als jemand der keine Ahnung von Atomkraft und deren Risiken hat, anfängt sich über die Thematik schlau zu machen. Und da erfährt er dass ein solche Anlage für Mensch und Umwelt unabsehbare und gravierende Folgen haben kann, vor allem wenn etwas schief läuft. Er entschließt sich dazu das Projekt abzulehnen, dadurch zieht er sich den Zorn seiner Parteikollegen, vor allem dem Bürgermeister von Wackersorf (der nebenei ein langjähriger Freund von ihm zu), zu und immer mehr wenden sich von ihm ab. Auch die Landesregierung in Bayern unter Strauß setzt ihn mehr unter Druck. Schuierer, seinem Gewissen verpllichtet, gibt aber nicht auf und nimmt die Herausforderung an...

Soviel zur Ausgangssituation des Films. Übrigens: Die im Film zitierte "Lex Schuierer", die die Landräte entmachtet hat, gibt es tatsächlich und gilt in Bayern bis heute (Details siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Lex_Schuierer ). Der Film ist wirklich sehr gut gemacht und hervorragend besetzt (grandios: Sigi Zimmerschied in einer Nebenrolle als bayerischer "Umweltminister"). Man könnte fast sagen das Ganze ist aufgebaut wie ein Heimatfilm, ohne aber kitschig zu sein. Er ist ein Plädoyer für Zivilcourage und eine Mahnung, schnelles Profitdenken nicht über den gesunden Menschenverstand und den Schutz der Heimat zu stellen. Eingestreut werden immer wieder Archivaufnahmen der damaligen Zeit, die auch "unschöne Szenen" nicht ausspart, wie etwa das einprügeln von Polizisten auf friedliche Demonstranten oder der Abwurf von Tränengas aus Polizeihubschraubern auf Mütter und Kinder). Die bayerische Polizei war damals in der Tat nicht zimperlich (was sie heute übrigens immer noch nicht ist), daher haben progressive und moderate Bayern immer noch Bedenken zwecks der Rechtsstaatlichkeit der bayerischen Polizeibehörden (Stichwort: Polizeigewalt) und über die offensichtlichen Probleme diesbezüglich wird von der bayerischen Staatsregierung immer noch gerne hinweggesehen. Der Film endet mit der Katastrophe von Tschernobyl 1986 (auch hier werden Archivaufnahmen, u.a. vom damaligen CSU-Bundesinnenminister Zimmermann oder Wolfgang Schäuble, damals "Minister für besondere Aufgaben", eingestreut die die Bevölkerung über die wahren Ausmaße der Katastrophe schlicht belügen). Fazit: Ein grandioser Film, ein Statement für das Einstehenden der eigenen Überzeugungen anhand eine Episode im bayerischen Hinterland. Absolut empfehlenwert!
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Re: Historische Filme: Empfehlungen und Diskussion

Beitrag von CaptainMorgan »

Tiziateur hat geschrieben: Mi Apr 15, 2020 7:28 am Einer der Trilogie, Gods and Generals ist ja der zweite, auch sehr gut gemacht, steht für mich auf einer Stufe wie Gettysburg. Ich bin mir nicht sicher, aber der dritte geplante Teil ist bislang nicht gedreht worden oder weiß da jemand mehr?
"Gettysburg" und "Gods and Generals" basieren auf den Romanen von Michael Shaara ("The Killer Angels" bzw. "Gods and Generals"). Es gibt von Shaara auch einen dritten Roman, "The last full Measure", der ebenfalls verfilmt werden sollte. Jedoch wurde nach dem finanziellen Flop von "Gods and Generals" das Projekt meines Wissens nach auf Eis gelegt.

"Gods and Generals" ist ebenfalls gut, erreicht aber aus meiner Sicht aber nicht die Qualität von "Gettysburg". Das liegt v.a. daran dass die Figur von Generals "Stonewall" Jackson meines Erachtens zu positiv dargestellt wird. Der Gute war ein religiöser Eiferer und psychopathischer Schlächter. Er hatte keine Skrupel die Soldaten, die unter seinem Kommando standen, sinnlos zu verheizen. Das Einzige, was ihn bei der Truppe beliebt mache, war die Tatsache dass er es trotz seiner Defizite es immer wieder schaffte seine Männer zum Sieg zu führen.
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Re: Historische Filme: Empfehlungen und Diskussion

Beitrag von Tiziateur »

Besten Dank für die Info!
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Re: Historische Filme: Empfehlungen und Diskussion

Beitrag von Private »

CaptainMorgan hat geschrieben: Mi Apr 15, 2020 8:25 am
Tiziateur hat geschrieben: Mi Apr 15, 2020 7:28 am Einer der Trilogie, Gods and Generals ist ja der zweite, auch sehr gut gemacht, steht für mich auf einer Stufe wie Gettysburg. Ich bin mir nicht sicher, aber der dritte geplante Teil ist bislang nicht gedreht worden oder weiß da jemand mehr?
"Gettysburg" und "Gods and Generals" basieren auf den Romanen von Michael Shaara ("The Killer Angels" bzw. "Gods and Generals"). Es gibt von Shaara auch einen dritten Roman, "The last full Measure", der ebenfalls verfilmt werden sollte. Jedoch wurde nach dem finanziellen Flop von "Gods and Generals" das Projekt meines Wissens nach auf Eis gelegt.

"Gods and Generals" ist ebenfalls gut, erreicht aber aus meiner Sicht aber nicht die Qualität von "Gettysburg". Das liegt v.a. daran dass die Figur von Generals "Stonewall" Jackson meines Erachtens zu positiv dargestellt wird. Der Gute war ein religiöser Eiferer und psychopathischer Schlächter. Er hatte keine Skrupel die Soldaten, die unter seinem Kommando standen, sinnlos zu verheizen. Das Einzige, was ihn bei der Truppe beliebt mache, war die Tatsache dass er es trotz seiner Defizite es immer wieder schaffte seine Männer zum Sieg zu führen.
Meines Erachtens besteht eines der Hauptprobleme des Films darin, dass, anders als bei Gettysburg, viele der für die Massenszenen erforderlichen Darsteller wegen des 11. Septembers nicht zur Verfügung standen, mithin durch Computeranimationen ersetzt werden mussten. Leider sind diese alles andere als gut gelungen.
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Re: Historische Filme: Empfehlungen und Diskussion

Beitrag von CaptainMorgan »

Private hat geschrieben: Mi Apr 15, 2020 10:04 amMeines Erachtens besteht eines der Hauptprobleme des Films darin, dass, anders als bei Gettysburg, viele der für die Massenszenen erforderlichen Darsteller wegen des 11. Septembers nicht zur Verfügung standen, mithin durch Computeranimationen ersetzt werden mussten. Leider sind diese alles andere als gut gelungen.
Nun gut, mit CGI habe ich prinzipiell keine Probleme, auch wenn Massenszenen mit richtigen Komparsen natürlich besser aussehen als CGI-Generierte. Eines der Mankos, neben der ärgerlich postiven Darstellung von Jackson, ist aus meiner Sicht dass der Film etwas zerfahrener wirkt als noch "Gettysburg". Im Letzteren konnte man sich voll und ganz auf die schon fast minutiöse Darstellung der Schlacht selbst konzentrieren, während man in "Gods und Generals" ja mehrere Abschnitte und Schlachten behandelt hatte. Ich würde sowieso empfehlen sich den Director's Cut anzusehen, der dauert fast 280 Minuten, also rund 40 Minuten länger als die Kinofassung (und somit sogar länger als "Gettysburg" selbst).
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Re: Historische Filme: Empfehlungen und Diskussion

Beitrag von CaptainMorgan »

Das, was das der weiße Mann mit den amerikanischen Ureinwohnern gemacht hat war zugleich der größte Landraub und der größte Genozid in der uns bekannten Geschichte. Zu dem Thema habe ich ebenfalls eine Filmempfehlung:

Bild

Eine wirklich sehr gelungene Verfilmung des gleichnamigen Buches. Dort wird der "Pfad der Tränen", wie die Vetreibung der amerikanischen Ureinwohner und die damit einhergehende Einpferchung in im Verhältnis winzige Reservate genannt wird, wirklich hervorragend nachgezeichnet. Der Originaltitel "Bury my Heart at Wounded Knee" ist durchaus griffiger, verweist er auf das Massaker von Wounded Knee 1890, der den noch letzten vorhandenen Widerstand der amerikanischen Ureinwohner endgültig brach.
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Re: Historische Filme: Empfehlungen und Diskussion

Beitrag von Tiziateur »

Der Angriff der leichten Brigade.
Ein englischer Film von 1969
Thema der Krimkrieg 1854

Ich habe für diesen Film schon in anderen Gruppen geworben.
Der Film ist von der Ausstattung her super! Auch viele Details der Historie „des Rittes der 500 in das Tal des Todes“ stimmen.
Es zeigt sehr gut, wie überheblich die seit Waterloo siegesgewohnten Engländer waren, bis die Katastrophe passierte und die Cardigans Husaren und 17. Lancers das falsche Tal zum Angriff wählten.
Auch die Ränkereihen untereinander in England werden sehr gut dargestellt.
Manchmal werden die gezeichneten Karikaturen in dem Film überzogen. Aber das ist denke ich bewusst vom Regieseur so gemacht worden, weil es der Propaganda Berichterstattung der zeitgenössischen Zeitungen entsprach.
Allgemein finde ich den Film sehr hochwertig und er hat mich betroffen gemacht.
Am Ende, bei den Schlussszenen kommt sehr gut herüber was bei übertriebenen Ruhmes Hymnen übrig bleibt.
Dateianhänge
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