Herstellung von Epauletten speziell Offizier Frankreich

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Re: Herstellung von Epauletten speziell Offizier Frankreich

Beitrag von Tiziateur »

TEIL 6 SCHULTERSTÜCKE

Die Schulterstücke
Hier wird wieder von dem, mit einem Kreidestift aufgezeichneten Papprand 5 mm abgemessen und nur an den Seiten und am oberen Rand angezeichnet. Diese Linie könnt Ihr umlaufend wieder mit Filzstift ziehen. Das ist später die äussere gerade Kante der 3 Linien welche hier benötigt werden. Beim Rondell waren es ja nur zwei.
Diese Randlinien sind jedoch etwas schmaler als beim Rondell diese hier sind nur jeweils 2 mm breit. Ihr zeichnet also von der Grundlinie aus 3 weitere Linien im Abstand der genannten 2mm. Zum Rand hin zeichnet Ihr (auf dem verbliebenen 5mm Stoffrand eine gleichmäßige Wellenlinie. Dies am besten mit dem Kreidestift, damit man später noch nachbessern kann, falls es optisch mit den Rundungen nicht ganz so gut geworden ist.
Damit hätten wir den Rand fertig angezeichnet.
Nun fangen wir mit den Pfeilen an. Wir fangen mit dem messen wieder am unteren Rand an, der später gegen das Rondell gesetzt wird. Wir zeichnen uns die Mitte an. Die Spitze liegt 1 cm höher als die Ansätze der Pfeile am Rand. Somit können wir die 4 Pfeile wieder mit Filzstift aufzeichnen. Die Feldbreite zwischen den Pfeilen liegt bei 1 cm. Die Pfeile haben eine Breite von 8 mm, wobei der untere Rand wieder 2mm hat die Mitte 4 mm und der obere Rand wieder 2mm. Ist das alles aufgezeichnet, so zeichnet Ihr je nach Bedarf und Knopfgröße das Knopfloch ein. Das Knopfloch bekommt auch einen 4 mm breiten umstickten Rand.
Man fängt an erst die Pfeile auszusticken. Die Pfeile werden senkrecht ausgestickt, die Felder, werden danach waagerecht ausgestickt, sehr aufwendig in 4- 5mm breiten Wellen. Die Felder müssen also aus der Mitte heraus noch mal mit senkrechten Strichen versehen werden, damit man die Ränder der Wellen bekommt.
ANMERKUNG: Ich habe auch Originale und gut gemachte Repliken gesehen, wo die Pfeile aus Metallpailetten auf die Wellenfelder aufgestickt wurden.

Dauer pro Schulterstück ebenfalls je 20 Stunden
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Bild 37 das schon fertige Schulterstück, welches ich noch hatte
Bild 37 das schon fertige Schulterstück, welches ich noch hatte
Bild 38 Ansicht von unten mit der Stoffverstärkung
Bild 38 Ansicht von unten mit der Stoffverstärkung
Bild 39 komplett ausgeschnitten mit Umschlagsstoff nur an der unteren Kante.
Bild 39 komplett ausgeschnitten mit Umschlagsstoff nur an der unteren Kante.
Bild 40 spätere Kante mit Detail Wellenlinie aussen
Bild 40 spätere Kante mit Detail Wellenlinie aussen
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Re: Herstellung von Epauletten speziell Offizier Frankreich

Beitrag von Tiziateur »

TEIL 7 DIE RAUPE

Teil 7.1

Die Raupe
Für die Raupe brauchen wir das Seilstück als Grundkörper. Hier „betrüge“ ich wieder ein wenig um Zeit zu sparen. Ich bin mir nicht ganz sicher ob die Kordeln welche um das Seil gedreht werden seinerzeit vernäht waren oder ob der Faden mit Leim vorgestrichen war und dann umwickelt wurde. Bei genaueren hinsehen und untersuchen von Originalen (natürlich ohne auftrennen) welche ich habe aus der Zeit 1870/71 habe, konnte ich geringe dunkle Stellen hier feststellen, die auf einen Leim hindeuten können.
Dateianhänge
Bild 41 Das gekettelete Seil, nicht geleimt, etwas "betrogen" mit beidseitig klebenden Tesa
Bild 41 Das gekettelete Seil, nicht geleimt, etwas "betrogen" mit beidseitig klebenden Tesa
Bild 42 .. und nun stramm aneinanderwickeln. Hier können auch zwei verschieden starke Kordeln verwendet werden, siehe Original Bauanleitung
Bild 42 .. und nun stramm aneinanderwickeln. Hier können auch zwei verschieden starke Kordeln verwendet werden, siehe Original Bauanleitung
Bild 43 fertig gewickelt, aber rechts noch nicht die leonische Kordel abgeschnitten
Bild 43 fertig gewickelt, aber rechts noch nicht die leonische Kordel abgeschnitten
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Re: Herstellung von Epauletten speziell Offizier Frankreich

Beitrag von Tiziateur »

Teil 7.2

Mein Betrug besteht also darin, dass ich nicht vernähe oder einleime, sondern das doppelseitige Tesa wieder einsetzte. Das Seil wird bis an die Enden mit dem Klebeband versehen, damit kann es später auch gut beim zusammensetzen unter der Pappe des Grundkörpers befestigt werden.
Nun beginnt das Umwickeln. Mann nimmt die Leonische Kordel, sowie den Hotex Faden. Beide werden ca 2,5 cm entfernt von einem Ende des Seiles im Klebeband fixiert.
Auf der anderen Seite machen wir eine kleine Markierung wo wir mit dem Wickeln aufhören. Am besten ist, wenn Ihr diese Markierung setzt, indem Ihr das Seil einmal am vorgearbeiteten Grundkörper anlegt und genau einen Fixpunkt markiert, wo die Raupe auf der andern Seite wieder unter den Grundkörper läuft. Der dünne Faden, siehe hier auch genau auf die Skizze vom Hequet, dient eigentlich als eine Art Füller, das wenn man später die Raupe in die Rundung legt sich keine Spalten zeigen. Wichtig ist nun das die Kordeln, besonders die leonische sehr stramm, ganz dicht aneinander gewickelt werden. Nun beginnt das Umwickeln.
Das ganze bis zum angezeichneten Fixpunkt gewickelt. Hier schneidet Ihr den dünnen Faden ab, den braucht Ihr nicht mehr. ABER hier NICHT die breitere leonische Kordel abschneiden die brauchen wir noch beim ansetzen der Raupe für die innen auf der gestickten Seite umlaufende Kordel sowie für die dann noch unten an der Fransenkante umlaufende Kordel. Das Erläutere ich aber erst bei Teil zusammennähen.
Dateianhänge
Bild 44 die nicht abgeschnittene leonische Kordel wird nun in einer Lücke am Oberbau/Raupenansatz nach oben gebracht, wenn die Raupe angesetzt ist. Die Enden der geketteltzen Seile werden unten stumpf gestoßen.
Bild 44 die nicht abgeschnittene leonische Kordel wird nun in einer Lücke am Oberbau/Raupenansatz nach oben gebracht, wenn die Raupe angesetzt ist. Die Enden der geketteltzen Seile werden unten stumpf gestoßen.
Bild 45 Kordel erst in Schlaufe legen und mit Oberbau vernähen dann in die Lücke zwischen Raupe und Oberbau einnähen
Bild 45 Kordel erst in Schlaufe legen und mit Oberbau vernähen dann in die Lücke zwischen Raupe und Oberbau einnähen
Bild 46 nun im Rondell legen und vernähen
Bild 46 nun im Rondell legen und vernähen
Bild 47 im ganzen Rondell gelegt und vernäht
Bild 47 im ganzen Rondell gelegt und vernäht
Bild 48 zweite Schlaufe gelegt und über eine schmale, gelassene Spalte an der Raupe fest eingedrückt und eingenäht die Kordel nach unten führen
Bild 48 zweite Schlaufe gelegt und über eine schmale, gelassene Spalte an der Raupe fest eingedrückt und eingenäht die Kordel nach unten führen
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Re: Herstellung von Epauletten speziell Offizier Frankreich

Beitrag von Tiziateur »

Wichtig ist noch der Hinweis, das Ihr die Raupe ansetzt am fertig bespannten Grundkörper damit Ihr entsprechend die Fransen ansetzen könnt.

Dauer für 2 Raupen 3 Stunden

MORGEN GEHT ES WEITER MIT DEM DREHEN DER FRANSEN. ES FOLGEN NUN NOCH DIE TEILE 8/9/10 und 11
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Bild 49 Die Kordel nun an der Unterseite entlang geführt und mit der Raupe vernäht.
Bild 49 Die Kordel nun an der Unterseite entlang geführt und mit der Raupe vernäht.
Bild 49 a Die Kordel wird unten herumgeführt
Bild 49 a Die Kordel wird unten herumgeführt
Bild 49 b Die fertige Untenansicht
Bild 49 b Die fertige Untenansicht
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Re: Herstellung von Epauletten speziell Offizier Frankreich

Beitrag von Tiziateur »

TEIL 8 DIE FRANSEN/ KORDELN

Teil 8.1

Die Fransen
Die Fransen für Mannschaftsepauletten sind baugleich wie die Offiziersfransen der Subalternen Offiziere.
Bitte verwendet nur glatte Fäden oder gekettelte, schon gedrehte Fäden lassen sich nur sehr schlecht oder gar nicht verwenden., ggf mal vorher ausprobieren.
Jetzt ging es noch mal um die Menge der Fransen, ja da habe ich in den Quellen gesucht und gesucht und nur für die alternen Offiziere, also für die dicken Kantillenfransen eine Angabe gefunden. Da werden bei den meisten Quellen 29 Stück genannt, egal ob Chef de Bat. Oder General. Das half mir ja nur für meine ersten Epauletten weiter. Aber für den Capitaine war nicht zu finden. Also Originale gesichtet und große Unterschiede festgestellt. Zu Zeiten der Revolution waren die Fransen eindeutig weniger. Diese wuchsen zum Ende der Napoleonik aber sehr stark an. Diese Fransen waren auch in der Zeit sehr teuer. Man sieht sich hier mal im Vergleich die Bilder der Originale an, die ich hier poste. Wie man bei dem Rock des Subalternen Artillerieoffiziers sieht, wurden seine Fransen von der Rückseite her mit, auch damals günstigerer, Meterware aufgebauscht werden. Es ist eben egal in welcher Zeit immer eine Kostenfrage.
Dateianhänge
Bild 50 zwei Fäden nebeneinander und an der unteren Markierung abgeschnitten.
Bild 50 zwei Fäden nebeneinander und an der unteren Markierung abgeschnitten.
Bild 51 nun fest nach oben eindrehen
Bild 51 nun fest nach oben eindrehen
Bild 52 Daumenfingernagel auf zweite Markierung gesetzt, später untere Seite der Franse, Rest nach oben führen zum Nagel
Bild 52 Daumenfingernagel auf zweite Markierung gesetzt, später untere Seite der Franse, Rest nach oben führen zum Nagel
Bild 53 oben am Nagel nur einmal fest angelegt, nicht um den Nagel schlagen!
Bild 53 oben am Nagel nur einmal fest angelegt, nicht um den Nagel schlagen!
Bild 54 mit dem Fingernagel des Daumes noch mal leicht anspannen
Bild 54 mit dem Fingernagel des Daumes noch mal leicht anspannen
Bild 55 Faden nach oben schnippen lassen
Bild 55 Faden nach oben schnippen lassen
Bild 56 Fransen nach unten glattstreichen und wieder eindrehen
Bild 56 Fransen nach unten glattstreichen und wieder eindrehen
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Re: Herstellung von Epauletten speziell Offizier Frankreich

Beitrag von Tiziateur »

Teil 8.2

Also ich hatte mir gedacht die Fransen müssen ja um das Rondell befestigt werden und der Schulterstoff soll nicht durchscheinen. Ich dachte erst zwei lagig die Fransen anzubauen. Der Schulterstoff blickte mir aber noch zu stark durch, also kam ich auf 3- lagig. Mit dem Ergebnis war ich dann zufrieden. Daraus ergaben sich dann 450 Fransen pro Epaulette! Bei den Mannschaften hat man etwas dickeren Wollfaden verwendet, daher werden das da weniger sein. Probiert das einfach aus. Zudem gehen die Fransen recht schnell.
Was brauche ich als Werkzeug? Nur ein Holzstück, einen Zollstock und einen runden, glatten Nagel. Der Nagel wird durch das Holzbrett geschlagen, als Fixpunkt. Von diesem Fixpunkt aus messen wir 23 cm, dort machen wir den ersten Strich für das untere Ende. Dann machen wir bei 8,5 cm dem zweiten Strich, der ist später der Punkt wo der Faden umgelegt wird. Nun nehmen wir eine Pappschachtel, Zigarettenschachtel oder ähnliches. Hier machen wir einen geraden Strich, den wir dort Nullpunkt nennen. Über des Nullpunktes ziehen wir 0,5 cm höher eine zweite parallele Linie, quasi als späterer oberer Rand, nach unten von der Nulllinie machen wir einen parallelen Strich bei 7 cm, dem späteren unteren Rand, weil 7 cm sollen die Fransen ja sein.
Das Holz mit dem Nagel ist zum drehen der Fransen, die Pappschachtel ist zum fixieren der fertigen Fransen gedacht.
Damit die gedrehten Fransen nicht gleich wieder aufdrehen müssen selbige fest gedreht werden, lieber einmal mehr nachdrehen als zu wenig. Damit man dann wieder ganz sicher geht das selbige sich nicht mehr aufdrehen müssen wir diese sogleich fixieren. Hier „betrüge“ ich wieder ein wenig. Bei der Originalvorgabe sieht man, das die Fransen sogleich an einen dickeren Tragfaden angebracht werden, damit sie sich nicht mehr aufdrehen. Unklar ist mir ob alle Fransen aufwendig angenäht wurden, oder ob schon der obere Fixierfaden mit einem Lein eingestrichen war, wovon ich eher ausgehe.
Also hier „betrüge“ ich. Es wird bei dem Doppelseitig klebenden Tesa ein Streifen von 0,5 cm abgeschnitten. Dieser Klebestreifen wird auf die Pappschachtel zwischen der Markierung Nullpunkt- Linie und 0,5 cm höher gezeichneter Linie hingelegt. Damit sich der Klebestreifen nicht mehr verschieben kann, werden zwei Stecknadeln genommen und durch das Klebeband in die Pappschachtel eingestochen. Auf so einen Streifen passen eng nebeneinander 30 fertig gedrehte Fransen. Man kann sich als übersicht am unteren Rand noch Markierungen machen mit 0/10/20/ und 30, dann hat man eine bessere Übersicht wie viele Fransen man schon fertig hat. Wir brauchen also bis wir fertig sind 15 flache Fransen Streifen. Haben wir eine Franse fertig gedreht so wird diese auf den Klebestreifen fixiert, sie kann sich durch einfaches andrücken nicht mehr aufrollen. Durch den unteren Strich haben wir die untere gerade Fransenkante, nach oben kann der Rest ruhig überstehen, das kann später nach geschnitten werden. Haben wir nur auf dem fixierten Klebeband 30 Fransen nebeneinander, so wir nochmals ein 0,5 cm Streifen des doppelseitigen Klebebandes ausgeschnitten und auf die fertigen Fransen wie das mit Nadeln fixierte untere aufgebracht, fertig sind 30 Fransen von 450! Jetzt kann man noch die oberen Enden etwas nachneiden, aber ich würde trotzdem immer mind. 0,5 cm oberhalb des Klebebandes bleiben. Das gute ist nun, weil wir ja zweimal doppelseitiges Tesa verwendet haben, so können wir später die Fransen beim einsetzen und vernähen besser fixieren.
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Bild 57, der Karton mit unsren Höhenmarkierungen, siehe Text um die fertigen Fransen hier zu fixieren.
Bild 57, der Karton mit unsren Höhenmarkierungen, siehe Text um die fertigen Fransen hier zu fixieren.
Bild 58 etwas mit Klebestreifen betrügen zur schnelleren Fixierung
Bild 58 etwas mit Klebestreifen betrügen zur schnelleren Fixierung
Bild 59 Die fertigen Fransen auf dem Klebestreifen ansetzen, unten kann man sich Markierungen machen um zu sehen wieviel Fransen fertig sind. Ich habe immer 30 pro Stück
Bild 59 Die fertigen Fransen auf dem Klebestreifen ansetzen, unten kann man sich Markierungen machen um zu sehen wieviel Fransen fertig sind. Ich habe immer 30 pro Stück
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Re: Herstellung von Epauletten speziell Offizier Frankreich

Beitrag von Tiziateur »

Teil 8.3

Kommen wir nun zum Fransen drehen:
Also es wird ein Faden von ca 46 cm abgeschnitten. Das machen wir wie folgt, wir nehmen das Holz mit dem Nagel, halten zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand den Faden fest, an der Markierung 23 cm, Dann ziehen wir diesen nach oben zum Nagel, dort wieder nach unten führen zur linken Hand, wo wir dann den Faden abschneiden. Oben am Nagel nicht ganz umwickeln sondern nur umlegen. Jetzt halten wir unten mit dem Zeigefinger der linken Hand beide Enden fest, mit dem Daumen und Zeigefinger drehen wir nun den Faden mehrfach nach rechts, bis die Drehungen oben am Nagel ankommen, dabei müssen wir darauf achten das der Faden trotzdem mit lichter Spannung nach unten, vom Nagel weg gezogen eingedreht wird. Wenn der Faden einigermaßen fest eindreht ist, nehmen wir den Daumennagel der rechten Hand und setzen den auf unsre Markierung 8,5 cm. Jetzt gehen wir mit den Enden, welche wir zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand halten hoch bis zum Nagel. Der Daumennagel sitzt immer noch auf dem Punkt 8,5 cm wo er den Faden fixiert. Mit der linken Hand setzen wir den Fade hinter den Nagel, nicht umwickeln, einfach hinterhaken reicht. Jetzt drücken wir oben am Nagel mit dem Zeigefinger der linken Hand die Fäden fest an den Nagel/Holz. Nun nehmen wir den rechten Daumen hoch und geben das untere Ende des Faden frei. Dieser schnippt sogleich nach oben in Richtung Nagel. Wir ziehen den hochgeschnippten Faden wieder glatt nach unten. Nun fangen wir an wieder nach rechts einzudrehen, das untere Ende wieder zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand. Wieder in Richtung Nagel drehen bis dieser Faden fest eingedreht ist. Nun ist die Franse fertig! Vom Nagel abgezogen und wie oben beschrieben auf dem Klebeband fixiert. Manchmal merkt Ihr das sich beim zweiten eindrehen der Faden wieder auflockern will, dann dreht Ihr gerade in die falsche Richtung, aber das merkt Ihr und durch das drehen dann in die andere Richtung lässt es sich jederzeit korrigieren.

Dauer für 450 Fransen waren 17 Stunden, incl fixieren auf den Klebestreifen. Nun haben wir 15 Fransenstreifen mit je 30 Fransen.
Nun kommen wir zu den Raupen, welche um das Rondell geführt werden.
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Bild 60 wir haben 30 Fransen fertig, zum oberen fixieren kommt der zweite "Betrüger- Klebestreifen" darüber
Bild 60 wir haben 30 Fransen fertig, zum oberen fixieren kommt der zweite "Betrüger- Klebestreifen" darüber
Bild 61 das erste von 15 Fransenstreifen ist fertig
Bild 61 das erste von 15 Fransenstreifen ist fertig
Bild 62 schon mal zur Probe einige übereinandergelegt
Bild 62 schon mal zur Probe einige übereinandergelegt
Bild 63 Alle 15 Stücke fertig die wir brauchen, 450 Fransen
Bild 63 Alle 15 Stücke fertig die wir brauchen, 450 Fransen
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Re: Herstellung von Epauletten speziell Offizier Frankreich

Beitrag von Tiziateur »

TEIL 9 DAS BEZIEHEN VOM OBERKÖRPER/ UNTERKÖRPER

Teil 9.1

Das Spannen der gestickten Stoffe über den Grundkörper
Hier etwas ausführlicher beschrieben, als oben beim Pappgrundkörper schön zum Verständnis vorbeschrieben.
Wir nehmen das Pappstück, welches ja unser Grundgerüst ist (nur bei Offiziersepauletten, Mannschaftsepauletten waren in der Regel bis in die 1820er Jahre aus der Obertresse und den Unterstoff, also weich. Erst später wurden diese dann über einen Pappgrundkörper gezogen. Aber auch Mannschaften hatten das recht sich Etat mäßige Ausrüstungsgegenstände privat zu kaufen und zu verwenden.
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Bild 64Alle Materialien nocheinmal beienander, wir wollen den Oberstoff aufziehen
Bild 64Alle Materialien nocheinmal beienander, wir wollen den Oberstoff aufziehen
Bild 65 zum leichteren fixieren betrügen wir noch einmal mit Klebeband
Bild 65 zum leichteren fixieren betrügen wir noch einmal mit Klebeband
Bild 66 auch beim Untersoff kleben wir auf dem Papprondel Klebestreifen zur Fixierung, die uns später das Umschlage des Stoffes erleichtern.
Bild 66 auch beim Untersoff kleben wir auf dem Papprondel Klebestreifen zur Fixierung, die uns später das Umschlage des Stoffes erleichtern.
Bild 67 nun den ausgeschnittenen Oberstoff zum fixieren auf die Klebefixpunkte setzen
Bild 67 nun den ausgeschnittenen Oberstoff zum fixieren auf die Klebefixpunkte setzen
Bild 68 ...und vom oberen Rand nach unten aufbringen
Bild 68 ...und vom oberen Rand nach unten aufbringen
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Beitrag von Tiziateur »

Teil 9.2

Auf dem Pappgrundkörper „betrüge“ ich wieder ein wenig um es mir einfacher zu machen. Auf der Oberseite klebe ich wieder zwei doppelseitig klebende Tesa Streifen auf, sowie an der Unterseite schmale Klebestreifen um den Stoff partiell befestigen zu können, damit er beim spannen nicht verzieht. Das gleiche klebe ich auf dem Rondell des unteren Teiles, welcher ja nur mit Stoff bezogen wird.
Nehmen wir zunächst das fertig gestickte Schulterstück. Wir fixieren es vorsichtig an den Klebestreifen, welche wir zuvor an der Pappe des Grundkörpers befestigt haben. Da es so schön fixiert ist, können wir die Ecken schön falten, ohne das sich oben etwas verzieht. Wenn die Falten gut liegen, kann man den überstehenden Stofflappen vorsichtig abschneiden.
Nun nehmen wir den Buchbinderfaden und vernähen den Stoff an den überstehenden Enden des Stoffes an der Unterseite. Wir müssen fest anziehen und somit den Oberstoff spannen. Tipp hier. Die Stiche im umgelegten Stoff möglichst weit in Richtung Papprand setzen, damit der Stoff beim spannen nicht ausreißt.
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Bild 69 Oberstoff fest andrücken
Bild 69 Oberstoff fest andrücken
Bild 70 Stoff nach unten umlegen und an den Klebestreifen fixieren, nun mit dem Buchbindegarn kreuz und quer spannen, dabei nicht zu weit vorne einstechen im roten Stoff, der würde sonst beim spannen schnell ausreißen.
Bild 70 Stoff nach unten umlegen und an den Klebestreifen fixieren, nun mit dem Buchbindegarn kreuz und quer spannen, dabei nicht zu weit vorne einstechen im roten Stoff, der würde sonst beim spannen schnell ausreißen.
Bild 71 bis unten spannen, aber Vorsicht, oben Knopfloch freilassen
Bild 71 bis unten spannen, aber Vorsicht, oben Knopfloch freilassen
Bild 72 Das Schulterstück gespannt
Bild 72 Das Schulterstück gespannt
Bild 73 Nun erst das Rondel mit der unteren Kante einschlagen, das Stück zum Schulterstück hin und durch die Pappe vernähen
Bild 73 Nun erst das Rondel mit der unteren Kante einschlagen, das Stück zum Schulterstück hin und durch die Pappe vernähen
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Re: Herstellung von Epauletten speziell Offizier Frankreich

Beitrag von Tiziateur »

Teil 9.3

Zeichnet Euch vor dem spannen auch das Knopfloch an, damit später keine Fäden dort kreuzen, wenn Ihr das Knopfloch nachschneidet.
Das Spannen mache ich vorerst über diagonal um die schwierigen Eckbereiche oben am Ende der Epaulette schön zu spannen. Unten beim Schulterstück könnt Ihr gerade spannen.
Genau so geht Ihr vor, wenn Ihr nun das gestickte Rondell hinten aufsetzt. Den in Richtung Schulterstück überstehenden Stoff schlagt Ihr natürlich vorher ein.
Das spannen kann nun mit dem Rondell beginnen. Mann sollte solange spannen, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Wenn das spannen beendet ist, näht man den eingeschlagenen Rand des gestickten Rondells durch die Pappe fest, so verringert man hier den „hochstehenden“ Rand. Man flacht selbigen dadurch aus.
Jetzt haben wir ja noch den späteren Unterstoff, dieser wird, wie bei den bestickten Oberteilen beschrieben nun auch gespannt, hier haben wir aber nur das Papprondell.

Dauer für das Spannen beider Epauletten ca 4 Std
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Bild 74 das Rondell von oben durch die Pappe angenäht
Bild 74 das Rondell von oben durch die Pappe angenäht
Bild 75 auch den überstehenden Rondellstoff nach unten einschlagen und fixieren
Bild 75 auch den überstehenden Rondellstoff nach unten einschlagen und fixieren
Bild 76 Schulterstück und Rondell fertig gespannt, Knopfloch freigelassen.
Bild 76 Schulterstück und Rondell fertig gespannt, Knopfloch freigelassen.
Bild 77 fertig gespannt von oben gesehen
Bild 77 fertig gespannt von oben gesehen
Bild 78 nochmal zur Hilfe der Fixierung der Raupe leicht mit Klebeband betrügen
Bild 78 nochmal zur Hilfe der Fixierung der Raupe leicht mit Klebeband betrügen
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