Astrologie unter den Persern

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Carmenta
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Astrologie unter den Persern

Beitrag von Carmenta »

Das erste vorchristliche Jahrhundert brachte eine totale Veränderung der Astrologie: Mathematisierung und Säkularisierung

Die folgenden Entwicklungen liefen parallel, nicht in der Reihenfolge dieser Schilderung.

Das wichtigste war die Eroberung des babylonischen Reiches durch die Perser. Sie brachten ihre eigene Religion mit, den Zoroastrismus, dessen Gottheiten nichts mit den Sternbildern zu tun hatten. Die Perser erlaubten zwar ihren Untertanen den eigenen Glauben weiter zu praktizieren, aber die politisch-soziale Einheit von Königtum, Staat, Religion und Astrologie war dahin. Nach ca. 2000 Jahren musste alles neu erfunden werden.

Das persische Reich reichte zur Zeit seiner größten Ausdehnung vom Indus bis an die Grenze Griechenlands. Es hatte - wie alle großen Reiche in der Antike - den Vorteil, dass man ungehindert über große Entfernungen reisen konnte. Der wissenschaftliche Austausch zwischen Ägypten (Alexandria), Griechenland (Chalkidike, Kos) und Babylon wurde intensiviert, so dass man im Nachhinein von vielen Errungenschaften nicht mehr sagen kann, von wo sie stammen. So war z. B. Pythagoras in Alexandria und Babylon und danach wurden die Bemühungen erfolgreicher, Planetenkonstellationen mathematisch im Voraus zu bestimmen. Auch die endgültige Festlegung auf 12 Sternbilder fand im Rahmen dieses Austauschs statt.

Der Verlust der wirtschaftlichen Grundlage als Teil der Staatsreligion führte dazu, dass sich astrologisch Gebildete (Priester) in Richtung Westen wandten, insbesondere nachdem dort die aufstrebende Macht Rom sich etablierte. Dabei kam es zu einer Spaltung der Astrologie, die bis heute besteht:
  • Auf Kos wurde die erste Astrologenschule vom ehemaligen Marduk-Priester Berossos gegründet. Dort wurde auch geforscht und das Deutungssystem weiterentwickelt, z. B. durch Einbau der Elementelehre von Aristoteles. Auch heute gibt es seriöse Astrologie und man kann sie (wenn auch nicht in Deutschland) an Universitäten studieren
  • Gleichzeitig wanderten "Astrologen" in die griechischen und römischen Städte, um dort auf den Märkte ihre Dienste als Zukunftsdeuter anzubieten. Diese Art der Vulgärastrologie hat bis in die heutigen Zeitungshoroskope überlebt.
Auch die seriösen Astrologen erstellten jetzt auf der Basis ihrer gesammelten Daten Individualhoroskope, Höhepunkt dieser Entwicklung waren Nero und Poppäa, die sich beide einen Stab von Astrologen hielten.

UND DANN KAM DIE KATASTROPHE . . .
DEFIGO DANAOS NUMINUM AETERNORUM GRATIA NUMQUAM LITATIONEM PERFICERE

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